Armenisch-Andalusisches Musik- & Tanzsymposium - Programm

   

Fr. 23. April 2010 - Vorträge & Kolloquien
Schloss Frohnburg – Universität Mozarteum
Hellbrunner Allee 53, 5020 Salzburg
&
Sa. 24. April 2010 - Musik-, Tanzworkshops & Abschlusskonzert mit armenisch-andalusischen Tanzdarbietungen und Poesien.
SEAD – Salzburg Experimental Academy of Dance
Schallmooser Hauptstraße 48a, 5020 Salzburg

 

Symposium 
Referenten


Folgende Ziele stehen im Mittelpunkt des Symposiums:

- Menschen und Kulturen verbindende Aktivitäten zu fördern
- die Bedeutung der Musiktradition für die zeitgenössische Musik zur Diskussion zu stellen
- die Gegenwart durch einen Rückblick auf die Vergangenheit zu ergründen
- durch Verständnisaufbau Interesse und Vertrauen ermöglichen

Freitag 23. April 2010 - Vorträge & Kolloquien im Schloss Frohnburg.
Alle Vorträge werden auf Deutsch gehalten.
• 13.00 bis 14.00 Uhr - Anmeldung/Registrierung

• 14.00 Uhr - Eröffnung durch Frau Landtagsabgeordnete Dr. Nicole Solarz -
Bereichssprecherin für Jugend & Technologie (nikisolarz.wordpress.com)
Durch das Programm führt Mag. Stefan Feiler - Leiter des Kulturbüros der Stadt Laufen

• 14.30 - 15.30 Uhr - Vortrag 1
„Eigentlich bin ich ganz anders, aber ich komme so selten dazu“ – Vom Wesen und Dilemma der Kulturen
Prof. Dr. Peter Maria Krakauer - Universität Mozarteum

Was sind Kulturen, was macht Kulturen aus und was umgrenzt das Wesen von Kulturen?
Europäisches Denken hat sich seit langer Zeit darauf festgefahren, Kulturen als abgeschlossene Gebilde zu beschreiben und in ihnen symbolische und ideologische Systeme zu verstehen. Gerne wird bis heute dabei übersehen, dass das „Dilemma Kultur“ ein vielmehr ständig bewegliches und nie abgeschlossenes Konzept darstellt, welches zwischen „Möglichkeiten“ und „Notwendigkeiten“ des Erprobens und Erfahrens, des Entdeckens und Bewertens ein oszillierendes Netz von Befindlichkeiten und Realitäten entwirft.
Der Vortrag (Powerpointpräsentation) unternimmt den Versuch, nach dem Wesen von Kultur und Kulturen zu fragen und in ihren Phänomenen auf Merkmale und Dilemmata hinzuweisen. So zeigt sich im Aufeinandertreffen armenischer und südspanischer kultureller Eigenheiten ein faszinierendes Problem: das Entstehen einer neuen, wiedergefundenen Nähe zwischen religiösen und sozialen, geographischen und historischen Ebenen kultureller Identitäten. Allerdings können erst im Erfahren von aktueller Nähe und neuen Verständnisperspektiven kulturelle Begegnung gelingen und kulturelle Entwicklungen vor sich gehen.

 

• 16.00 - 17.30 Uhr - Vortrag 2
"Volksmusik Armeniens"
Prof. Thomas Buchholz

Der Vortrag soll eine überblicksartige Einführung in die reiche Tradition der armenischen Volksmusik sein. Dem Charakter entsprechend beinhaltet dieser Überblick sowohl einen historischen, als auch einen musiktheoretischen Teil. Den Kapiteln zur Musik vorangestellt ist ein erster, für das Verständnis der armenischen Mentalität unerlässlicher, allgemeiner historischer Abriss von der Frühgeschichte bis zur Gegenwart. Der darauf folgende Teil beschreibt jenen Zeitraum unter dem Aspekt der Entwicklung der armenischen Musik und ihrer Kunstformen, insbesondere durch das Volkslied, und deren Annäherung an die europäische Musiktradition des 19. und 20. Jahrhunderts. Der dritte Abschnitt widmet sich in groben Zügen der Musiktheorie. Abschließend werden Fallbeispiele der aktuellen armenischen Musikszene vorgestellt.

 

• 18.00 - 20.00 Uhr - Vortrag 3
"Gitanos und Orientalismus"
Einige Anmerkungen zur Verklärung der kulturellen und
musikalischen Einflüsse im andalusischen Flamenco".
Prof. Gerhard Steingress - Universität Sevilla

Der Vortrag zielt darauf ab, ein realistisches Verständnis hinsichtlich des Ursprungs, der Eigenart und aktuellen Dynamik des andalusischen Flamencogenres zu vermitteln. In diesem Sinne geht es vor allem darum, die historisch belegbaren und vielfältigen kulturellen und musikalischen Einflüsse des Flamencogenres (Musik, Tanz, Poesie) aufzuzeigen und sie in kritischer Weise von den gängigen romantischen Vorstellungen abzugrenzen. Es soll  insbesondere auf den hybriden Charakter des Flamenco und seine mediterranen, afrikanischen und amerikanischen Wurzeln hingewiesen werden, um zu verstehen:
a) welche Rolle die andalusischen Gitanos bei der Schaffung des Flamenco wirklich hatten und welche ihnen dabei von aussen zugeschrieben wurde, sowie b) inwiefern es sich dabei um eine Widererfindung bzw. Neuentdeckung von spanischen musikalischen Traditionen handelt, die in die Gestaltung der modernen, städtisch geprägten Kultur des Landes einbezogen wurden.
Im Anschluss daran wird die künstlerische Entwicklung des Flamenco und seine Faszination in der internationalen Musik- und Tanzszene behandelt, sowie auf die damit einhergehende Debatte um eine andalusische Identität eingegangen. Schliesslich soll auch noch die Aktualität des Flamenco als kulturelles Therapeutikum einer nach Selbstverständnis ringenden Postmoderne behandelt werden, in deren Rahmen ethnische Ausdrucksformen über die Grenzen hinweg verschmolzen werden.

 

Sa. 24. April 2010 - Musikworkshops in "S E A D"

• 10.00 - 12.30 Uhr
"Reichtum der armenischen Musik, von Muqam bis Klassik"
Vanik Avakian - Universität Mozarteum & Musikum Salzburg

Im ersten Teil des Vortrags wird eine Einführung in armenische Musikgeschichte der neueren Zeit sowie ein Vergleich mit islamisch-orientalisch geprägter Musik stattfinden. Es werden einige östliche Instrumente dieser Gegend anhand von Bildern und am Instrument selbst, wie Tar, Oud, Duduk, Schwi, Setar, Dombak, Dohol usw. vorgestellt. Weiters, wird die Musiktheorie Muqam (östliche Tonleiter) mithilfe der Notation nähergebracht und erklärt.
Im zweiten Teil wird das vorangegangen- angelernte Wissen mittels mitgebrachter Instrumente durch das persönliche Mitwirken der Teilnehmer praktiziert. Es werden traditionelle Lieder gespielt und begleitet. Instrumente wie Violine, Oud, Flöte, werden die Melodieführung-, die Begleitung durch Instrumente wie Trommel, Gitarre, Harfe und andere, übernommen, weiters der  unterhaltende Faktor natürlich die Grundlage dafür bieten soll.
Maximale aktive Teilnehmerzahl: 10

• 13.30 - 16.30 Uhr

"Die Flamencogitarre"
Martin Kelner - Musikuniversität Wien

Spieltechnik, Rhythmik und Harmonik der Flamencogitarre.
Rasgueadovarianten, Alzapúa, Picado, Pulgartechnik, Trémolo, Golpe, etc.
Traditionelle und moderne stiltypische Akkorde.
Harmonik der modernen Flamencogitarre auch in Bezug auf traditionelle orientalische Musik
(nach Möglichkeit auch unter Einbeziehung von Gesang bzw. Oud.)
Maximale aktive Teilnehmerzahl: 10

 
Sa. 24. April 2010 - Tanzworkshops in "S E A D"

• 10.00 - 12.30 Uhr

"Volkstanz Armeniens"
Leitung: Anush Chakhalyan - Yerevan, Armenien

Volkstänze sind im Volk überlieferte Tänze oder Tänze im überlieferten Stil. Volkstänze oder Folkloretänze sind Tänze, die zu traditionellen Volksfesten oder in traditionellen Gesellschaften getanzt wurden und werden. Auch die zum Tanz getragene Tracht unterschied sich durch Schmuck, verwendete Stoffe, Kopfbedeckungen und Zierrat oft deutlich von der Alltagskleidung. Generell kann unterschieden werden zwischen "echten", d.h. überlieferten Volkstänzen, die in Noten und Beschreibungen aus alten Zeiten überliefert wurden und sogenannten "Folkloristischen Tänzen", denen eine moderne Choreographie zugrunde liegt, die häufig mit Elementen aus dem Ballett arrangiert sind und viel Theatralik beinhalten. Viele Tänze erzählen eine Geschichte. Es geht häufig um alltägliche Dinge, wie die Arbeit verschiedener Handwerksberufe, um Brautschau oder Brautwerbung usw.

Anush Chakhalyan wird dafür sorgen, dass Sie Bekanntschaft mit den Tänzen "Anush" und "kotschari" machen. In zweieinhalb einleitenden Stunden werden sich die Teilnehmer in Grundschritten, Körperpositionen und der Virtuosität in Arm- und Handbewegungen üben. Anusch ist klassisch-armenisch ausgebildete Tänzerin aus Yerevan, Armenien und ihre Spezialität ist hauptsächlich Armenische Volkstanz, ihr Unterrichtsstil ist prozessorientiert und professionell.

 

• 13.00 - 15.30 Uhr

"Maurische und andalusische Kulturen treffen sich"
Leitung: April Points - North Carolina, USA

Die traditionelle, im 2/4 Rhythmus gehaltene Zambra wurde oft geheim und hinter verschlossenen Türen getanzt und vereint Aspekte des andalusischen Volkstanzes mit arabischen Elementen. Bei der Zambra lernen wir Expressionen der Seele durch fliesenden Armbewegungen, kreisende Hände, Umdrehungen, Hüftbewegungen und auch durch Veränderungen des Gesichtsausdrucks. Wir spüren durch die nackten Füße Verbindung zwischen Erde und Himmel. Insbesondere geeignet für Bauchtänzer und Flamencotänzer -- Anfänger mit oder ohne Vorkenntnisse.
Wenn möglich, langer vollen Rock und Tanz- oder Gymnastikschuhe bitte mitnehmen.

 
Sa. 24. April 2010, 20.00 in "S E A D" - Abschlusskonzert "Tradition goes Modern"

Musik, Tanz und Poesien Armeniens und Andalusiens mit FLARMENIA
Den musikalischen Höhepunkt der Veranstaltung bildet ein öffentliches Konzert der Gruppe Flarmenia, das von Tanzdarbietungen begleitet wird. Als literarische Abrundung des Klangerlebnisses wird den Besuchern armenische und andalusische Lyrik dargeboten - Übersetzungen  armenischer Liebeslyrik mit Rita Movsesian und Übersetzungen andalusischer Flamencopoesien mit Prof. Gerhard Steingress.  Mit kulinarischen Köstlichkeiten und einer Verkostung des herrlichen armenischen Granatapfelweines findet der Abend und das Symposium einen geselligen Ausklang.

Rita Movsesian - Gesang, Perkussion & armenische Poesien
Martin Kelner - Flamencogitarre
Vanik Avakian - Oud & Gitarre
Alexander Petkov - Schlagzeug, Cajon, Perkussion
Gerhard Steingress - Flamencopoesien
Anusch Chakhalyan - Armenischer-Tanz
April Points - Flamenco-Tanz

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